FREIE WÄHLER Hamburg über geplantes Aus der Reiterstaffel
Kirchhoff: „Wer bei der sichtbaren Polizei spart, spart an der Sicherheit der Hamburger“
Die FREIE WÄHLER Hamburg kritisieren die geplante Abschaffung der Reiterstaffel der Polizei Hamburg scharf.
Nach einem aktuellen Bericht des Hamburger Abendblatts sollen die Beamtinnen und Beamten bereits über das bevorstehende Aus der Einheit informiert worden sein. Als Grund werden Sparzwänge bei der Hamburger Polizei genannt. Für die Pferde und Reiter sollen jährliche Kosten von rund 1,1 Millionen Euro anfallen.
Der stellv. Landesvorsitzende der FREIE WÄHLER Hamburg, Michael Kirchhoff, reagiert mit Unverständnis:
„Ich halte es für ein völlig falsches Signal, ausgerechnet bei einer sichtbaren und bewährten Einheit unserer Polizei den Rotstift anzusetzen. Hamburg braucht mehr sichtbare Polizeipräsenz und nicht weniger. Wer die Reiterstaffel allein auf die monetären Kosten reduziert, verkennt ihren Wert für die Sicherheit, die Prävention, die Präsenz und das Image der Polizei im öffentlichen Raum.“
Die FREIE WÄHLER Hamburg sprechen sich klar gegen die Abschaffung aus und fordern den Senat sowie die Innenbehörde auf, die Entscheidung zu überdenken.
Reiterstaffel ist mehr als Kostenfaktor
Polizeipferde und deren Reiterinnen und Reiter ermöglichen, insbesondere bei Großveranstaltungen, Demonstrationen, Fußballspielen sowie in Parks und weitläufigen Grünanlagen eine besondere Form der Polizeipräsenz. Die Beamtinnen und Beamten haben aus ihrer erhöhten Position einen guten Überblick über größere Menschenansammlungen und können gleichzeitig weithin sichtbar Präsenz zeigen. „Sie können überall dahin, wo Fahrzeuge nicht oder schlecht hinkommen“ so Kirchhoff
Gerade die präventive Wirkung sichtbarer Polizei darf aus Sicht der FREIE WÄHLER nicht unterschätzt werden. „Auch der Stadt Hamburg ist dies klar – siehe das neue Präsenzlicht an den Einsatzfahrzeugen.“
„Eine Polizeistreife, die für die Menschen sichtbar und ansprechbar ist, kann Situationen deeskalieren, bevor überhaupt eingegriffen werden muss. Genau diese Präsenz brauchen wir in Hamburg. Sicherheitspolitik darf nicht ausschließlich danach beurteilt werden, welche Einheit auf einem Excel-Blatt wie viel Geld kostet“ erklärt Kirchhoff.
Moderne Technik kann diese Funktion nur unzureichend ersetzen
„Drohnen, Videoüberwachung und andere technische Einsatzmittel ergänzen die Arbeit der Polizei sinnvoll. Sie sind aber kein vollwertiger Ersatz für die Polizeibeamtinnen und -beamten im unmittelbaren Kontakt im öffentlichen Raum.“ so Kirchhoff.
„Drohnen können beobachten. Aber sie können keinen Bürger ansprechen, keine unmittelbare Präsenz zeigen und nicht gleicherweise auf eine dynamische Situation vor Ort reagieren. Die Digitalisierung und der Einsatz von moderner Polizeitechnik sind richtig und wichtig. Aber Technik und der interne Druck die aus finanziellen Gründen ausgesprochene Beförderungssperre aufzuheben, darf nicht zum Vorwand werden, bewährte UND beliebte Strukturen abzubauen“. Führt K. weiter aus.
Dazu kommt die Öffentlichkeitswirksamkeit für das Image unserer Hamburger Polizei.
„Ich habe noch kein Kind gesehen, dass nicht freudestrahlend auf die Pferde und ihre zweibeinigen Kollegen gezeigt hätte, wenn es sie vorbeireiten sieht. Solch ein positives Bild sollte man in Zeiten der schwindenden Bewerberzahlen nicht unterschätzen. Besser als 100 Plakate, die eh zertreten und beschmiert werden.“
Daher fordern die FREIE WÄHLER Hamburg von Bürgerschaft und Senat ein Moratorium und die transparente Prüfung der Streichungspläne.
Die Abschaffung ist zunächst zu stoppen und eine transparente Bewertung der Reiterstaffel vorzulegen. Dabei müssen nicht nur die jährlichen Kosten, sondern auch Einsatzzahlen, Einsatzgebiete, präventive Wirkung, Bedeutung bei Großveranstaltungen sowie mögliche Alternativen berücksichtigt werden.
Michael Kirchhoff abschließend:
„Unsere Forderung an den Hamburger Senat und die Innenbehörde ist: Stoppen Sie die Abschaffung der Reiterstaffel. Legen Sie transparent dar, welche Einsätze diese Einheit leistet und welche Folgen ihr Wegfall für die Hamburger Polizei hätte. Danach kann seriös über ihre Zukunft diskutiert und entschieden werden.
Für uns FREIE WÄHLER gilt: Eine moderne Polizei braucht selbstverständlich moderne Einsatztechnik. Sie braucht aber mindestens genauso die Menschen, die den Sinn und das Bild für Recht und Ordnung weithin sichtbar in die Stadt tragen. Fortschritt bedeutet Ergänzung und nicht, dass wir bewährte und beliebte Strukturen aus Spargründen ersatzlos streichen. Hamburg darf bei einigen Dingen sparen. Aber nicht an der Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger.“
Unser Anspruch bleibt: Hamburg, aber sicher!